Gute Nacht, Deutschland – Ein alter Mann und die geballte Ignoranz

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VON: Katja Thorwarth

Teilung

Henryk M Broder
Henryk M. Broder auf der Frankfurter Buchmesse 2013. © imago stock&people / Imago Images

Mit Servus TV hat Welt N24 ein Format geschaffen, das zu den Springer-Kolumnisten passt. Auch Henryk M. Broder kann sich austoben. Spalte.

Frankfurt – Verschiedene Twitter-Aktivisten, die nebenberuflich auch für Springer arbeiten, liegen seit langem im Streit mit den öffentlich-rechtlichen Sendern. Ob wegen Jan Böhmermann oder wegen der Corona-Meldungen: Kritiker beklagen immer abwechselnd den Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro oder die “Aufklärungsmaßnahmen” von links-grün-dreckigen Journalisten, obwohl sie gerne auf den Stühlen von Polit-Talkshows sitzen.

Beispiel Anna Schneider, „Chief Reporter at Freedom at World“ (Selbstauskunft auf Twitter). Hinter seiner Blase kennt Schneider eigentlich nur die, die hin und wieder über das Medium stolpern. Doch mit Sandra Maischberger hat sie sich schon mal zusammengesetzt und ihr kürzlich sogar erlaubt, die „Anpassung an den Klimawandel“ zu loben, statt dagegen anzukämpfen. „Verzerrter Unsinn“, kommentierte Luisa Neubauer, die es nicht bemerkt hätte, wenn Schneiders Expertise in Springers brandneuem TV-Format ausgestrahlt worden wäre.

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Servus TV und Springer: Die Erwartungen nach den Krawallen sind riesig

Welt N24 hat zu tun mit Hallo Fernsehen sie hat ein Programm aus dem Boden gestampft, das ihr nicht nur einen festen Platz im Meinungsdschungel des kleinen Senders sicherte. „Guten Abend Deutschland“ heißt ein neues, auf Meedia beworbenes Vorabendmagazin mit Portraits ua von Schneider, Harald Martenstein, Henryk M. Broder und Stefan Aust.

Henryk M. Broder provozierte kürzlich bei Servus-TV.  (Archivbild)
Henryk M. Broder provozierte kürzlich bei Servus-TV. (Archivfoto) © Jörg Carstensen/dpa

Die Erwartungen an Riot TV, wie es regelmäßig von der „Bild“ produziert wird, sind groß, doch in Wirklichkeit spielen die genannten nur eine Nebenrolle. Vielmehr fühlt man sich an die morgendlichen öffentlich-rechtlichen Zeitschriften erinnert, wenn in kleinen Clips Alltagsprobleme visualisiert werden oder das Ankerduo freundlich schmeichelnd auf das Publikum einprügelt. Moritz Hürtgen spricht in “supermedia” sogar von einem “Klon”.

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Aber die Welt N24 und Hallo Fernsehen Natürlich haben sie sich etwas dabei überlegt, einen Meinungsbeitrag nur von Springer oder der rechtsliberalen Blase zu rekrutieren, um dieses angeblich linke Meinungskartell endlich zu durchbrechen.

Mitbegründer von The Axis of Good Broder mag junge Klimaaktivisten wahrscheinlich nicht

Am 16. Januar war es Henryk M. Broder, Welt-Autor und Mitbegründer des rechten Blogs „Achse der Guten“, der den „letzten Kampf“ (Servus TV) um Lützerath kommentieren durfte. Erstens: Dass Broder linke Klimaaktivisten wohl nicht ausstehen kann: Dafür musste er nicht studieren.

„Das Jahr 2030 wird das Ende des Kohlebergbaus sein, aber ein baldiges Ende der Proteste ist nicht zu erwarten“, schließt der Clip eher ballaballa. Aber Broder braucht einen richtigen Kleiderbügel.

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Provozieren ohnehin: Henryk M. Broder bei Servus TV

Er spricht auch von einem “Kriegsszenario”, das “jungen Leuten Spaß machen” würde und dessen “Grundannahme” ohnehin völlig falsch sei, “dass sie das Klima retten können”. Sie wollten der Welt wohl nur zeigen, wohin es in Sachen Klimatechnik gehen soll und es endete immer im Desaster, wenn „Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen wollte“. Sagt der 76-Jährige zu all den Idioten, die offenbar nicht primär protestieren, weil der Planet auseinanderbricht, sondern weil sie sich “kein eigenes Auto leisten können” und im Grunde sowieso (introvertierte) “Nationalisten” sind.

Wow, fast schon traurig, wie der alte Mann mit seiner geballten Ignoranz die Hölle heiß machen will – aber er hat dafür nur knapp vier Minuten Zeit. Aber zumindest geben sie an, warum Hallo Fernsehen vollständig aus der Kanalliste entfernt. (Katja Thorwarth)

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