Deutschland will klimafreundliche afrikanische Wirtschaft fördern

Bundesentwicklungsministerin Schulze ist nicht die Einzige, die ihre Afrika-Strategie vorstellt. Sie lud zwei afrikanische Frauen zum Gespräch ein. Dies soll zeigen, dass die deutsch-afrikanische Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe ist. Es werden aber auch die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands verfolgt. Hilfsorganisationen kritisieren: Bau nicht auf afrikanische Versorgung ausgerichtet.

Dienstag, 24.01.2023, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.01.2023, 16:14 Uhr Lesezeit: 3 Minuten |

In der Entwicklungspolitik setzt Deutschland auf den klima- und umweltschonenden Wirtschaftsumbau in Afrika. Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sagte am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung ihrer neuen Afrika-Strategie, die Entwicklung des Kontinents werde das 21. Jahrhundert prägen. “Wir sprechen von der größten Generation junger Menschen in Afrika aller Zeiten.”

Das Ministerium geht davon aus, dass Afrika bis 2050 mit rund zweieinhalb Milliarden Menschen ein Viertel der Weltbevölkerung beheimaten könnte. Derzeit sind es 1,4 Milliarden. Dadurch sollen jährlich weitere 25 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Schulze betonte, Jobs unterscheide zwischen Perspektivlosigkeit, Frustration und Instabilität einerseits und Entwicklung, Innovation und Krisenmanagement andererseits. Deutschland kooperiert derzeit mit 33 afrikanischen Ländern.

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“Nur ändern”

Die Strategie wurde in Anwesenheit der Regionaldirektorin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) für Afrika, Ahunna Eziakonwa, vorgestellt. Auch der Jugendbotschafter der Afrikanischen Union, Chido Mpemba, nahm per Videolink aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba teil.

Zukünftig wird dem Konzept „Just Transition“ mehr Beachtung geschenkt: Westliche Industrieländer gehen Partnerschaften mit ausgewählten Entwicklungs- und Schwellenländern ein, um sie auf dem Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen. Auch angemessen bezahlte Arbeitsplätze und ein soziales Sicherungssystem sollten geschaffen werden. Vor allem Frauen sollen von den Maßnahmen profitieren.

In Afrika laufen bereits die ersten Partnerschaften

Mit Kenia unterhält Deutschland bereits eine Klima- und Entwicklungspartnerschaft. Das ostafrikanische Land muss weiter aufforsten und seinen Stromsektor weiter umstrukturieren. Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energieträger von derzeit 90 Prozent auf 100 Prozent gesteigert werden. Die Bundesregierung erhofft sich von Kenia eine Vorbildfunktion in Afrika.

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Deutschland hat neben der EU, Frankreich, Großbritannien und den USA auch eine Partnerschaft mit Südafrika zum Ausbau erneuerbarer Energien vereinbart. Südafrika ist stark von Kohle abhängig. Mit Südafrika, Marokko, Tunesien und Algerien wird der Bau von Pilot- und Referenzanlagen für grünen Wasserstoff unterstützt.

Entwicklungshilfe ist nicht altruistisch

Entwicklungsprojekte sind nicht altruistisch. Laut der Afrika-Strategie hat nur jeder zweite Afrikaner Zugang zu Elektrizität. “Wenn Afrika dem fossilen Entwicklungspfad der Industrienationen folgen würde, wären die ökologischen Folgen für Afrika und den Rest der Welt dramatisch.”

Dagegen kritisierte der Geschäftsführer der Hilfsorganisation Misereor, Pirmins Spiegel, es sei zu befürchten, dass „die Entwicklung solcher alternativen Energieerzeuger in Afrika zu sehr auf den Export statt auf die Versorgung Afrikas ausgerichtet ist“. Das ist gravierend, denn etwa die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu Elektrizität. Der Spiegel kritisierte auch das Fehlen von Ankündigungen, Deutschland und die EU im Kampf gegen den Hunger zur Verantwortung zu ziehen.

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Schulze: Natürlich werden auch die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands verfolgt

Schulze fügte hinzu, dass natürlich auch die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands verfolgt würden. Deutschland braucht zum Beispiel Kobalt aus Afrika für seine Energiewende. Der „Mehrwert“ der Kooperation besteht darin, dass sich die Bundesrepublik für faire Löhne und besseren Umweltschutz im Kobaltabbau einsetzt.

Die Ministerin plädiert zudem für ein “vertieftes Nachdenken über die Folgen” der Kolonialzeit als Basis für einen ehrlichen Dialog. Sie will der Haft entgehen. UNDP-Regionaldirektor Eziakonwa begrüßte die Tatsache, dass gegenseitiger Respekt im Mittelpunkt der Strategie stehe. Vorbei seien die Zeiten, in denen den Afrikanern gesagt wurde, was sie womit zu tun hätten, sagte sie. Jugendbotschafter Chido Mpemba fügte hinzu, dass jungen Menschen in Afrika zugehört werden muss, wenn sie sprechen. Dann müssen Taten folgen. (epd/min)

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